
Ein Gedicht ohne den Vokal ‚e‘, ein Text nur aus einsilbigen Wörtern oder Schreiben ausschließlich an Bushaltestellen – ungewöhnliche Regeln können überraschende Kreativität freisetzen.
1960 gründeten Raymond Queneau und François Le Lionnais in Paris die Gruppe OuLiPo (‚Ouvroir de Littérature Potentielle‘ ? Werkstatt für mögliche Literatur). Ihr Ansatz: Durch selbstauferlegte formale Beschränkungen (contraintes) neue Ausdrucksformen entdecken und spielerisch mit Sprache experimentieren. Auch Autor:innen wie Oskar Pastior, Italo Calvino und Georges Perec arbeiteten mit solchen Verfahren.
Doch warum sich freiwillig einschränken? Gerade die vorgegebenen Regeln entlasten vom Perfektionsdruck, umgehen die innere Zensur und öffnen neue Perspektiven auf Sprache und Schreiben. Kreativität entsteht durch Irritation, Spiel und bewusste Formexperimente – oft mit überraschend humorvollen Ergebnissen.
Im Kurs lernen Sie in kurzen Impulsen verschiedene oulipotische Schreibverfahren kennen (auf Ebene von Buchstaben, Silben, Wörtern und Satzstrukturen). In praktischen Übungen probieren wir die Techniken aus, erfinden eigene ‚contraintes‘ und tauschen uns über die entstehenden Texte aus.
Der Fokus liegt auf spielerischem Experimentieren, kreativer Entdeckung und der Freude am sprachlichen Ausprobieren – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
📅 Termine (jeweils 18:00–19:30 Uhr):
7.09. | 14.09. | 21.09. | 28.09. 2026
💻 Online – Anmeldung über VHS-Steglitz-Zehlendorf
💡 Kleingruppe für persönlichen Austausch & individuelles Feedback
Lass dich inspirieren und schenke dir Zeit für dein Schreiben!



